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Badezimmerbeleuchtung – Sicherheitsanforderungen für den Wellnessbereich

Die heutigen Badezimmer haben mit ihrer teils recht luxuriösen Ausstattung nur noch wenig Ähnlichkeit mit der eher funktionalen Nasszelle von früher.

Konnte sich bis vor wenigen Jahrzehnten noch glücklich schätzen, wer im Bad außer einem Waschbecken und einer Toilette eine Badewanne (manchmal war es aus Platzgründen sogar nur eine Sitzbadewanne) sein Eigen nennen konnte, so gleichen die heutigen Badezimmer oft schon wahren Wellnesstempeln mit Whirlpool, neuartigen Regenwasser-Duschen und ausgeklügelter Lichtkonzeption. Auch auf den perfekten Musikgenuss muss mittlerweile niemand mehr im Bad verzichten.

Aber dieser Luxus birgt auch ein erhöhtes Gefahrenpotenzial: Je mehr Leuchten und andere Stromverbraucher im Bad installiert und verwendet werden, desto größer ist die Gefahr für den Menschen, denn überall dort, wo Feuchtigkeit und Elektrizität aufeinander treffen, ist Vorsicht geboten.

Wasser und Strom – Sicherheit geht vor

Um die Gefahr eines Stromschlages in Feuchträumen zu verringern (bereits 30 Milliampere sind für den Menschen tödlich), wurde die Vorschrift DIN VDE 0100 Teil 701 geschaffen (gültig seit Februar 2002). Darin sind die Vorschriften und Normen niedergelegt, die es bei der Installation von Leuchten in Feuchträumen zu beachten gilt.

Diese Vorschrift legt für den Feuchtbereich des Badezimmers, also überall dort, wo fließendes Wasser ins Spiel kommt, drei Schutzbereiche fest: 0, 1 und 2.

Im Inneren der Dusch- bzw. der Badewanne gilt der Schutzbereich 0. Hier dürfen nur Leuchten mit einer Schutzkleinspannung bis zu 12 V, die mindestens über die Schutzart IP X7 verfügen, eingesetzt werden, so z. B. Unterwasserleuchten.

Im Schutzbereich 1, dieser gilt für den senkrecht begrenzten Innenbereich der Dusche bzw. der Badewanne, also dem Fußboden bzw. in der Höhe (bei 2,25 m) einer angenommenen Begrenzung in der Waagerechten. Auch in diesem Bereich sind nur Leuchten bis 12 V erlaubt, deren Transformatoren sich keinesfalls in den Schutzbereichen 0 und 1 befinden dürfen. Im Schutzbereich 1 reicht allerdings die Schutzart IP X4 aus. Auch im Schutzbereich 2, der sich an den Schutzbereich 1 mit einer Tiefe von 60 cm anschließt, wird bei Leuchten die Schutzart IP X4 vorgeschrieben. Im Bereich von Strahlwasser, also für den Fall des Einsatzes von Massagedüsen, ist die Schutzart IP X5 festgelegt.

Weder in Schutzbereich 0 noch in 1 oder 2 ist die Verwendung von Steckdosen und Schaltern gestattet, ausgenommen, sie sind Teil einer normgerechten Leuchte, also für den Einsatz in Feuchträumen vorgesehen.

Der Begriff „Schutzart“ und die Badezimmerbeleuchtung

Der IP-Code (Ingress Protection) der jeweiligen Schutzart besteht aus zwei Zahlen: Die erste Zahl gibt Auskunft über die Stärke des Schutzes gegen das Eindringen von Staub und Festkörpern. Bei Leuchten, die im Badezimmer Verwendung finden, ist dies allerdings nicht von Belang, weshalb ein X anstelle einer Zahl angegeben ist. Die zweite Zahl bezieht sich auf die Dichtigkeit der Lampen, also darauf, inwiefern sie gegen das Eindringen von Wasser oder größeren Fremdkörpern (> 1mm) geschützt sind.

Schutzartfreie Zone im Badezimmer

Abgesehen von den drei genannten Schutzbereichen 0, 1 und 2 gelten im übrigen Badezimmer keine höheren Schutzarten als in anderen Räumen (also IP XO).

Beim Kauf von Leuchten für Feuchträume sollte der Verbraucher stets auf die Kennzeichnung mit den Sicherheitsprüfzeichen GS, ENEC bzw. VDE (Prüfzeichen des Prüf- und Zertifizierungsinstituts des VDE Technisch-Wissenschaftlichen Verbandes der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. – ehemals Verband Deutscher Elektrotechniker (VDE)) achten, die die Betriebssicherheit der Leuchten hinsichtlich elektrischer und sonstiger Gefahren gewährleisten.

Mit dem Anbringen der Leuchten im Bereich von „Feuchtgebieten“ im Bad sollte man jedoch stets einen Fachmann beauftragen. Nur so ist die nötige Sicherheit garantiert und der Luxus der privaten Wellnessoase kann ungetrübt genossen werden.

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