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Nächtliche Lichtkunst

Mit Taschenlampen, farbigen LEDs und Strahlern bewaffnet gehen sie nachts auf die Jagd nach den besten Szenerien für ihre Fotoaufnahmen. Sind sie schließlich fündig geworden, malen sie mit den mitgebrachten Lampen unterschiedlichste Figuren und Motive in die Dunkelheit und fotografieren sie. Langzeitbelichtungen machen diese später auf den Fotos sichtbar. „Lightwriting“ beziehungsweise „Lightpainting“ – beide Begriffe werden weitgehend synonym verwendet – sind inzwischen beliebte künstlerische Ausdrucksmittel, doch gelten sie noch immer als relativ exotisch.

Lightpainting und Lightwriting

Ob in der Freizeit oder professionell betrieben – für das Malen mit Licht benötigt man weder Farbe noch Pinsel und auch kein Papier. Die Leinwand ist die Nacht. Sichtbar werden die Kunstwerke durch eine Fotokamera mit Stativ, an der lange Belichtungszeiten eingestellt werden können. Diese Vorgehensweise mag simpel klingen, doch kommt es dabei sehr auf Präzision an. Auch können – etwa wie auf einer Leinwand – später keine Korrekturen vorgenommen werden. Das Ergebnis befördert alles zutage, gelungen oder weniger gelungen. Doch dank der modernen Digitaltechnik können die Lichtkünstler die Ergebnisse sehr zeitnah betrachten und nach Belieben wiederholen.

Lightwriting: kein ganz neues Phänomen

Anders als beim Graffiti-Sprayen entstehen beim Lightwriting keine möglichen Sachbeschädigungen auf fremdem Eigentum. Trifft man nachts auf vollkommen schwarz gekleidete Gestalten, so müssen dies aber keine Graffiti-Sprayer sein, die sich aus Angst vor strafrechtlicher Verfolgung vermummt haben. Es kann sich durchaus um Lichtkünstler auf einer ihrer nächtlichen Fotosessions handeln. Um möglichst wenig Licht zu reflektieren sollte man sich nämlich auch bei Lightwriting möglichst gut verhüllen. Die ersten Lichtkunstfotografien entstanden übrigens bereits Mitte der 1930er Jahre durch die Fotoserie „Space Writing“ des Amerikaners Man Ray.

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