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Zwischen Normen und Kreativität – Straßenbeleuchtung

Mit dem Sonnenuntergang verschwindet das natürliche Licht und es beginnt die Zeit der künstlichen Beleuchtung. Nun schlägt auch die Stunde der Straßenbeleuchtung. In Zeiten als die Städte nachts noch nicht durch eine Straßenbeleuchtung erhellt wurden, gab es Nachtwachen, die neben Waffen auch Fackeln bei sich trugen. Die Fackeln dienten nicht nur dazu die Umgebung sichtbar zu machen, sondern hatten den Zweck, dass die Nachtwache als Ordnungsinstanz erkannt wurde. Auch Privatleute hatten ein Licht mit sich zu führen, sollten sie sich in Ausnahmefällen in der Nacht auf die Straße begeben. Sonst machten sie sich verdächtig, nichts Gutes im Schilde zu führen und konnten sogar verhaftet werden.

Die Anfänge der Straßenbeleuchtung

Bereits im 16. Jahrhundert wurden die ersten Maßnahmen für eine durchgehend ortsfeste Straßenbeleuchtung ergriffen. Jedoch waren diese lediglich eine Ausweitung der Pflicht nachts nicht ohne ein Licht auf die Straße zu gehen. In Großstädten wie beispielsweise Paris wurden diesbezüglich Verordnungen erlassen. Darin wurde geregelt, dass jedes Haus durch ein Licht gekennzeichnet werden musste. Es sollte eine Laterne unter dem Fenstersims eines Hauses aufgehängt werden, so dass auch die Straße genügend Licht abbekam. Aus diesen Anfängen entstand gegen Ende des 17. Jahrhunderts die erste eigenständige Straßenbeleuchtung, die nicht mehr Teil der Beleuchtung eines Hauses war.

Straßenbeleuchtung der Gegenwart

Heute läuft niemand mehr Gefahr verhaftet zu werden, wenn er sich ohne eigenes Licht auf die Straße begibt. Dafür lauern andere Gefahren – etwa durch Raubüberfälle oder ähnliche Verbrechen. Doch die Straßenbeleuchtung trägt nicht nur erheblich zur Sicherheit, sondern auch zum Erscheinungsbild einer Stadt oder einer Gemeinde bei. Die Straßenbeleuchtung der Gegenwart hat mit den einst trüben Gaslaternen nur noch wenig gemein. In der Nacht entstehen zuweilen Illuminationen, die den Fassaden ein faszinierendes zweites Gesicht verleihen – etwa dem Potsdamer Platz in Berlin oder dem berühmten Times Square in New York. Dies verdeutlicht den Spagat, den die Beleuchtung im öffentlichen Raum – zusammengefasst unter dem Oberbegriff „Straßenbeleuchtung“ – bewerkstelligen muss. Denn neben dem gestalterischen Aspekt soll sie natürlich der Sicherheit von Fußgängern und anderen Verkehrsteilnehmer dienen. Die grundlegende Anforderung an die Straßenbeleuchtung ist die gute Sichtbarkeit von Personen oder Objekten – und zwar ohne Blendung.

Richtlinien für die öffentliche Beleuchtung

Um eine gewisse Einheitlichkeit zu erreichen, wurde für Europa die Norm EN 13201 „Straßenbeleuchtung“ erarbeitet. Verkehrssituationen werden darin in verschiedene Beleuchtungsklassen eingeteilt: unter anderem in die Beleuchtungsklasse ME: Straßen mit mittlerer bis hoher Fahrgeschwindigkeit, Autobahnen Europa; Beleuchtungsklasse CE: Straßen mit Konfliktzonen Europa und Beleuchtungsklasse S: langsamer Verkehr. Darüber hinaus gibt es Anforderungen an den Schutz der Straßenbeleuchtung gegen Vandalismus, Vermeidung von Feuchtigkeit und Schmutz etc. Der geforderte Eindringschutz (Schutzart IP 65) muss circa zehn Jahre überdauern.

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