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Süßer Zeitvertreib: Adventskalender

„Wann ist denn endlich Weihnachten?“ – eine Frage, die Eltern in der Adventszeit oft sogar mehrmals am Tag gestellt bekommen. Die Kinder quält die Ungeduld, die Eltern der Vorbereitungsstress. Ein schöner Brauch ist daher ein Adventskalender. Jeden Tag darf man eines der 24 Türchen öffnen. Der Adventskalender verbildlicht den Zeitraum zwischen dem 1. und 24. Dezember. So ist die Anzahl der Tage bis zum Heiligen Abend für die Kinder keine abstrakte Größe mehr. Verkürzen kann der Adventskalender das Warten aufs Christkind zwar auch nicht wirklich – aber er kann es zumindest erträglicher machen und dazu noch versüßen. Wie der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie in Bonn herausfand, vertilgt jeder Deutsche im Jahr rund 7,4 Kilogramm Süßigkeiten – die Hälfte davon sind weihnachtliche Schleckereien wie Schoko-Weihnachtsmänner, Spekulatius, Lebkuchen und natürlich auch die kleinen Delikatessen, die sich hinter den Türchen des Adventskalenders befinden.

Die ersten Adventskalender Mitte des 19. Jahrhunderts

Die ersten selbstgebastelten Adventskalender gibt es seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie fielen zu jener Zeit allerdings erheblich bescheidener aus. Beispielsweise legte man an jedem Tag des Advents einen Strohhalm in eine Krippe. Am 24. Dezember kamen dann die Figuren hinzu: Maria, Josef und das Christuskind. Auch malte man 24 Kreidestriche an die Wand oder den Holzrahmen der Tür. Jeden Tag wurde ein Strich weggewischt. Waren alle Kreidestriche verschwunden, hatte auch das Warten auf Weihnachten ein Ende. Einfallsreichtum bewies gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Schwäbin Selma Lang. Sie bastelte für ihren Sohn Gerhard einen Adventskalender mit Gebäck. Als Erwachsener wurde Gerhard Lang Mitinhaber einer Druckerei, die fleißig Adventskalender herstellte. 1904 erschien der erste gedruckte Kalender – seit Mitte der 1920er Jahre auch mit Schokolade. Adventskalender wie wir sie heute kennen, kamen in den 1950er Jahren auf. Sie wurden aus Deutschland auch in andere Länder exportiert. Besonders begehrt waren und sind sie in Amerika.

Sind es wirklich 24 Türchen?

Korrekterweise müsste sich der Adventskalender eigentlich nach dem Kirchenkalender richten. Die Adventszeit ist in jedem Jahr unterschiedlich lang. Sie beginnt mit dem ersten Adventssonntag. Dieser fällt im einen Jahr auf Ende November, in einem anderen Jahr auf Anfang Dezember. Es gäbe daher beispielsweise Jahre in denen man 28 Türchen des Adventskalenders öffnen könnte, in anderen nur magere 22. Damit sich die Süßwarenindustrie aber nicht ständig umstellen muss, orientieren sich heutige Adventskalender am üblichen Kalender.

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