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Poul Henningsen – vielseitiger Mensch und bedeutender Lichtdesigner

Der Lichtdesigner Poul Henningsen (1894-1967), einer der bedeutendsten seiner Zeit, war vielseitig begabt und außerdem als Journalist, Satiriker, Maler, Kunstkritiker und Erfinder tätig. Er war Herausgeber des linken Magazins „Kritisk Revy“ (1920er Jahre) und Kritiker der konservativen Gesellschaft. Während des Zweiten Weltkriegs zog er sich den Unmut der deutschen Besatzer zu und emigrierte nach Schweden.

Als Leuchtendesigner gelangte er schließlich zu Weltruhm. Sein Hauptaugenmerk bei der Gestaltung seiner Leuchten lag auf der Verwirklichung des dänischen Funktionalismus, der geprägt ist durch die Bestimmung der Form durch die Funktion. Er verstand es ausgezeichnet, Funktion und Ästhetik in einer Leuchte zu vereinen.

Henningsens Anfänge als Lichtdesigner

Zu Beginn seiner Laufbahn als Lichtdesigner steckte die elektrische Beleuchtung noch in den Kinderschuhen. Poul Henningsen entwarf zuerst Lampenschirme, die mit einer angenehmen Lichtdämpfung und -streuung für blendfreies Licht genau dort sorgten, wo es benötigt wurde.

Ab 1924 designte Poul Henningsen Leuchten für die in Kopenhagen ansässige Firma Louis Poulsen, die heute noch seine PH-Leuchten vertreibt. Für die erste Leuchte dieser Serie, die aus drei verschieden großen konzentrischen Schirmen besteht, erhielt er bereits 1925 auf der Weltausstellung in Paris die Goldmedaille. Durch die Zusammenarbeit mit der Firma Poulsen kamen die Leuchten in größerer Stückzahl auf den Markt und Henningsens Leuchtenkreationen wurden schnell weltbekannt.

1957: Henningsen kreiert seine berühmte Pendelleuchte „PH Zapfen“

Angeblich haben Henningsen eine Tasse, eine Schüssel und eine Untertasse, die aufeinander gestapelt waren, zu dieser außergewöhnlichen Kreation inspiriert. Die „PH Zapfen“ – eine Auftragsarbeit für den neuen Langelinie-Pavillon (ein Restaurant in Kopenhagen) – ähnelt in der Form einer Artischocke bzw. einem Tannenzapfen. Hervorgerufen wird diese Ähnlichkeit durch den außergewöhnlich anmutenden Lampenschirm: 72 „Blätter“, verteilt auf 12 kreisförmige Reihen mit je 6 Blättern. Diese warmes, blendfreies Licht spendende Leuchte, auf Grundlage der Skizze von Henningsens „Septima-Leuchte“ entstanden, wurde in Stahl und Kupfer mit verschiedenen Durchmessern (60, 72 und 84 cm) produziert. Aufgrund des großen Erfolgs produzierte man sie in Serie mit passenden Steh-, Tisch- und Wandleuchten sowie Kronleuchtern.

Poul Henningsen entwarf über 100 Leuchtenmodelle, die zu begehrten Sammlerstücken wurden. Sie werden auf Aktionen in aller Welt zu Höchstpreisen angeboten.

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