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Petroleumlampen – die besseren Öllampen

Mit der Erfindung der Mineralöllampe, wie die Petroleumlampe auch genannt wird, konnte die Beleuchtungstechnik im 19. Jahrhundert einen enormen Fortschritt verbuchen. Auch wenn das Prinzip, eine brennbare Flüssigkeit über einen Docht zu verbrennen und damit Licht zu erzeugen, nicht neu war, so waren doch die bisherigen Öllampen aufgrund der zähflüssigen Pflanzen- und Tierfette nicht sehr lichtstark. Der Schein einer Öllampe war deshalb nicht heller als der einer Kerze.

Zeitlich und personell ist die Erfindung der Petroleumlampe nicht eindeutig zuordenbar, da es viele einzelne Entdeckungen und Erfindungen waren, die die Voraussetzungen für die neue Lampe schufen. Die Entdeckung mineralischer Öle Mitte des 19. Jahrhunderts war eine dieser wichtigen Voraussetzungen. Petroleum – raffiniertes Erdöl – hat einen hohen Energiegehalt und eine niedrige Viskosität, was bedeutet, dass es im Docht der Lampe viel höher steigen kann als dickflüssiges Pflanzenöl. Dies führt zu einer besseren Flamme und somit zu einer verbesserten Lichtausbeute.

Funktionsweise einer Petroleumlampe

Die Petroleumlampe, die im 19. Jahrhundert sehr rasch die Öllampe ablöste und bald in jedem Haushalt zu finden war, bestand aus folgenden Bauteilen: Tank, Brenner, Docht und Glaszylinder. Im Docht, der in den Tank mit Petroleum gesteckt und vom Brenner gehalten wird, steigt das Petroleum durch die Kapillarwirkung nach oben und geht am Ende des Dochts in den gasförmigen Zustand über. Dort verbrennt es, wenn man den Docht anzündet, in einer gleichmäßigen Flamme. Der Docht und somit die Helligkeit der Lampe können über das Stellrad am Brenner reguliert werden. Der Glaszylinder schützt die Flamme und sorgt für eine optimierte Sauerstoffversorgung der Flamme. Die Brenndauer mit einer Tankfüllung variierte je nach Tankgröße und Brenner, lag jedoch bei durchschnittlich 20 Stunden.

Verschiedene Brenner und Glaszylinder

Die einfachsten Formen der Petroleumlampe waren solche, die mit einem sogenannten Flachbrenner betrieben wurden. Der Docht dieser Lampe schaute flach aus dem Tank heraus; die Lichtausbeute war geringer als beispielsweise bei einem Kosmosbrenner, der im 19. Jahrhundert in Europa in so gut wie jedem Haushalt zu finden war. Der Kosmosbrenner gehört zu den Rundbrennern, bei denen ein flacher, breiter Docht durch ein Brandrohr zu einem Kreis geformt wird und die Flamme dadurch größer und heller wird. Die dritte Brennervariante, der Brandschreibenbrenner oder auch Matadorbrenner, ist eine weitere Steigerung zum Kosmosbrenner. Oberhalb der Flamme bezweckt eine zusätzliche Scheibe („Brandscheibe“) dafür, dass die Flamme noch weiter in die Breite geht und für eine noch größere Lichtausbeute sorgt. Entsprechend der Brennerart wurden passende Glaszylinder verwendet: Auf den Flachbrenner setzte man den leicht birnenförmigen Wiener Zylinder, auf den Kosmosbrenner den schlanken Kosmoszylinder und auf den Brandscheibenbrenner den bauchigen Matadorzylinder. Die Zylinderform war technisch bedingt – je nach Größe und Form der Flamme – und konnte nicht aufgrund ästhetischer Vorlieben beliebig ausgewechselt werden.

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