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Laternen zum Martinstag

Der 11. November wird in unserem Kulturkreis schon seit vielen Jahrhunderten als der Gedenk- und Namenstag des heiligen Martin von Tours gefeiert. Bekannte Bräuche, die an diesem Tag in vielen Haushalten und Gemeinden begangen werden, sind das Martinsgansessen, der Laternenumzug und das Martinssingen. Insbesondere Kinder freuen sich, wenn sie ihre im Kindergarten oder in der Schule selbstgebastelten Laternen durch die dunklen Straßen ihres Ortes tragen und Martinslieder singen dürfen. Nicht selten werden die Umzüge auch von einem Reiter begleitet, der hoch zu Ross die bekannte Geschichte des heiligen Martin nachspielt.

Vom römischen Soldaten zum Soldaten Christi

Martin wurde 316 n. Chr. als Sohn eines Offiziers in Ungarn geboren und wuchs in Italien auf. Er galt schon immer als besonders bescheiden und hilfsbereit, und als ihm eines kalten Wintertags ein kaum bekleideter Bettler begegnete, teilte er seinen Mantel und gab dem Bettler die Hälfte, so dass er nicht erfrieren musste. In der folgenden Nacht erschien Martin im Traum der Bettler, der sich als Jesus Christus zu erkennen gab. Daraufhin ließ Martin sich taufen und wurde 372 zum Bischof von Tours geweiht. Martin wollte jedoch eigentlich gar kein Bischof werden, obwohl die Leute ihn immer wieder darum baten. Deshalb versteckte er sich der Legende nach im Gänsestall. Die Gänse aber schnatterten so laut, dass sie Martins Versteck verrieten. Noch heute werden deshalb Gänse zum Martinstag geschlachtet und gebraten.

Laternenumzug und weitere Bräuche

Viele Bräuche, die wir heute als typische Brauchtümer zum 11. November kennen, lassen sich mit dem Jahresablauf der Bauern erklären. An diesem Tag endete für die Bauern das Jahr; die Ernte war eingebracht und man bereitete sich auf den Winter vor. Die Vorratskammern mussten gefüllt werden, u. a. wurden auch Gänse geschlachtet. Der 11. November war außerdem der letzte Tag vor der 40-tägigen Fastenzeit vor Weihnachten und somit die letzte Gelegenheit noch einmal richtig zu schlemmen, z. B. mit einem deftigen Gänsebraten.

Auf den abgeernteten Feldern wurden früher zum Dank für eine gute Ernte Feuer angezündet. Kinder trugen ausgehöhlte Rüben und Kürbisse mit Lichtern durch den Ort und erbettelten Obst und Gemüse – ein Vorläufer des Laternenumzugs, der vielerorts auch heute noch mit dem Brauch einhergeht, sich mit dem Singen von Martinsliedern Süßigkeiten und Gebäck zu erbitten.

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