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Glühlampen-Fan Ingo Maurer

Als 2009 das EU-weite Glühlampenverbot in Kraft trat, rief Ingo Maurer zum „zivilen Ungehorsam“ auf. „Ich halte das Licht einer Glühlampe nicht für ersetzbar, sondern für einzigartig“, so Maurer in einem Statement. Der Lichtdesigner verehrt die Glühlampe schon seit Beginn seiner Karriere. Daher ist seine erste Leuchte „Bulb“ (dt. „Glühlampe“) aus dem Jahr 1966 wohl durchaus als Hommage an die Glühlampe und ihren Erfinder Thomas Alva Edison zu verstehen.

Vom Bodensee über New York und San Francisco nach München

1932 auf der Insel Reichenau am Bodensee geboren, schloss Maurer zunächst eine Ausbildung als Typograf und ein Grafikstudium ab. 1960 zog es ihn in die USA, wo er bis zu seiner Rückkehr 1963 als freier Designer arbeitete. 1966 gründete er das Unternehmen „Design M“, heute die Ingo Maurer GmbH mit Sitz in München. Seine Premieren-Leuchte „Bulb“ in der Form einer überdimensionalen Glühbirne wurde gleich ein weltweiter Erfolg und wenig später sogar Ausstellungs-Bestandteil des renommierten Museum of Modern Art in New York.

Innovatives Lichtdesign „Made in Germany“

Trotz künstlerischer Ausrichtung vergisst Ingo Maurer nie die Funktionalität einer Leuchte und beteiligt sich zudem an der Entwicklung neuer Leuchtmittel-Technologien. Sein enormes Innovations-Talent hat Ingo Maurer zahlreiche internationale Auszeichnungen beschert und sogar schon vor der drohenden Insolvenz seines Unternehmens bewahrt. Die Rettung war der revolutionäre Entwurf des Niedervoltsystems „YaYaHo“ (1984). Zu den bekanntesten Leuchten-Kreationen Maurers, die über viel technische Raffinesse und oftmals über eine gehörige Portion Humor verfügen, zählen außerdem „Lucellino“ (1992), eine Glühlampe mit kleinen Flügeln aus Gänsefedern, „Porca Miseria“ (1994) aus Essbesteck und Geschirrscherben und „Zettel’z“ (1998), an der Zettel mit Zeichnungen und Gedichten befestigt sind. Diese Leuchte symbolisiert eines der Anliegen von Ingo Maurer: der Käufer darf ruhig selbst aktiv werden und die Leuchte nach seinen Wünschen ausrichten und vervollständigen.

Darüber hinaus entwickelte Maurer gemeinsam mit seinem Team immer wieder aufsehenerregende Lichtkonzepte für Großprojekte: etwa den U-Bahnhof „Westfriedhof“ in München (1998) oder den U-Bahnhof „Münchner Freiheit“ (2009).

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