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Eine Lichtquelle der besonderen Art: Leuchttürme

Auch wenn heutzutage kein Leuchtturmwärter mehr bei Wind und Wetter auf den hohen, der Küste vorgelagerten Türmen ausharren muss, sind Leuchttürme auch nach 2000 Jahren für die Seefahrenden unverzichtbar. Selbst aus größerer Entfernung sind die Lichtsignale der hohen, meist rot-weiß-gestreiften Türme zu sehen. Sie weisen den Seefahrern den richtigen Weg und warnen vor Untiefen und gefährlichen Klippen. Wenn es mittlerweile auch die Regel ist, dass Schiffe mithilfe der Navigationshilfe GPS gesteuert werden, so greift man doch im Notfall (bei einem technischen Versagen) immer noch auf das Leuchtfeuer am Horizont zurück.

Die Geschichte der Leuchttürme

Zwei ca. 300 v. Chr. erbaute Türme – der Pharos von Alexandria und der Koloss von Rhodos – gelten als die ersten bekannten Leuchttürme, wovon aber nur der Pharos von Alexandria zweifelsfrei als Leuchtturm gedient hat. Als älteste, heute noch aktive Leuchttürme gelten der „Torre de Hércules“ in Spanien (erbaut 110 n. Chr.) und der Leuchtturm „Hook Head“ in Irland (erbaut 1172). In Deutschland ist die Tradition der Leuchttürme jünger: Im 13. Jahrhundert erbaute die Hansestadt Lübeck den ersten Leuchtturm.

Das Leuchtfeuer

Jahrhundertelang wurden die Lichtsignale der Leuchttürme mit offenen Feuern gesendet. Das barg natürlich Gefahren und so mancher Turm ging in Flammen auf. Schon vor der Erfindung der Glühlampe war man auf der Suche nach Alternativen: Abhilfe schaffte im Jahr 1783 die „Argand-Lampe“ des Schweizer Physikers Aimé Argand, eine Öllampe, die aufgrund eines verstellbaren Runddochtes und eines darüber gestülpten Glaszylinders eine längere Brenndauer aufwies.

Einen weiteren, sehr entscheidenden Fortschritt ermöglichte die nach ihrem Erfinder Augustin Jean Fresnel benannte Fresnel-Linse. Durch diese Linse wurde ab 1822 eine Bündelung des Lichts möglich, was die Reichweite des Leuchtfeuers verstärkte. Die Fresnel-Linse wurde auch Gürtel-Linse genannt, da sie eine horizontale Bündelung im 360-Grad-Umkreis ermöglichte. Der erste Leuchtturm mit elektrischem Leuchtfeuer wurde 1920 auf Borkum gebaut, was ihm im Volksmund den Namen „Elektrischer Turm“ einbrachte.

Umnutzung der Leuchttürme

Die technischen Vorgänge auf den Leuchttürmen werden inzwischen alle vollautomatisch gesteuert. Den Beruf des Leuchtturmwärters gibt es seit Mitte der 1980er Jahre nicht mehr. Die Leuchttürme sind aber immer noch Touristenmagneten und ziehen jährlich einen großen Besucherstrom an. Viele Leuchttürme wurden zu Aussichtstürmen umfunktioniert. Auch ist es inzwischen möglich, sich am schönsten Tag des Lebens auf einem Leuchtturm trauen zu lassen.

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