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Archetypen der Beleuchtung: Öllampe & Kerze

Archäologische Forschungen haben ergeben, dass Menschen sich bereits im Steinzeitalter – im Altpaläolithikum circa 1 Mio. v. Chr. – das Feuer zur Beleuchtung zunutze machten. Schon circa 20 000 v. Chr. – im Jungpaläolithikum – wurden Lampen als Beleuchtung genutzt. Vermuten lassen auch dies archäologische Funde von Dochtlampen. Mit Beginn des Ackerbaus circa 5000 v. Chr. konnte Lein-, Oliven-, und Sesamöl gewonnen werden – eine wichtige Voraussetzung zum Betrieb von Öllampen. Anders als z. B. bei der Fackel gab es bei der Öllampe somit eine Trennung von Brennstoff und Brennstelle – dem Docht. Die Öllampe war deshalb besser transportabel und verursachte weniger Emission in Form von Ruß. Der Docht der Öllampen bestand aus Leinen oder Flachs, der Behälter mit dem Öl war aus Ton.

Naturwissenschaft treibt die Entwicklung der Beleuchtung voran

Mit der bereits zu vorgeschichtlicher Zeit entwickelten Öllampe stagnierte allerdings der lichttechnische Fortschritt. Das Design der Lampe veränderte sich zwar und es entstanden prachtvolle Leuchter mit reichen Verzierungen – die Flamme an sich blieb jedoch gleich. Auch die Leuchtkraft blieb dieselbe. Diese war relativ gering und daher nicht zufriedenstellend. Die Entwicklung leistungsstärkerer künstlicher Lichtquellen stagnierte, weil nicht genügend naturwissenschaftliche beziehungsweise unzureichende Kenntnisse bezüglich der Verbrennung existierten. Erst mit der modernen Chemie gelang man zu neuen Erkenntnissen über die Bedeutung der Sauerstoffzufuhr für die Flamme. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts galt die Öllampe als eine der wichtigsten Lichtquellen, dann wurde sie von der Petroleumlampe abgelöst.

Kerzenschein – heute genauso faszinierend wie damals

Die Erfindung der Kerze in der Form, wie sie auch gegenwärtig verwendet wird, geht bis ins 3. Jahrhundert zurück. Sie bestand aus Wachs oder Talg. Wachskerzen waren bis ins 14. Jahrhundert äußerst kostbar und daher der Kirche und dem Adel vorbehalten. Zur Zeit des englischen Forschers Michael Faraday (1791-1867) wurden Kerzen aus Paraffin, Stearin, Talg oder Bienenwachs hergestellt. Faraday fand in seinen Forschungen heraus, dass der Brennstoff einer Wachskerze in gasförmigem Zustand vorliegt. 1825 erhielten zwei Franzosen – Joseph Louis Gay-Lussac und Eugène Chevreul – das Patent zur Verwendung von Fettsäuren für die Produktion von Talgkerzen. Die Kerze konnte nun in größeren Mengen produziert werden und wurde schließlich zum Massenprodukt. Über die Jahrhunderte hinweg hat sich die Wachskerze von der alleinigen Lichtquelle zur dekorativen Lichtquelle gewandelt. Unverändert schön bleibt ihr Schein – er ist heute noch genauso faszinierend wie damals.

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