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Anfänge und Entwicklung der Gasbeleuchtung

Mit Beginn des Industriezeitalters wurde über neuartige Beleuchtungsmöglichkeiten für die entstandenen Industriegebiete nachgedacht. So wurde um das Jahr 1800 in England erstmals Gas zur Beleuchtung eingesetzt. Das dafür benötigte Leuchtgas entstand bei der Destillation von Steinkohle als Abfallprodukt. An eine flächendeckende Beleuchtung der Privathaushalte dachte zu dieser Zeit niemand, die Beleuchtung der neuen Fabrikationsgebäude stand im Vordergrund. William Murdoch (1754-1839), ein Schüler James Watts, hatte an der Weiterentwicklung der Gasbeleuchtung maßgeblichen Anteil.

Vorteile der Gasbeleuchtung

Die neuartige Gasbeleuchtung zeichnete sich durch eine verbesserte Lichtqualität gegenüber Öllampe oder Kerze aus. Ihr viel helleres Licht wurde auch als künstliche Sonne beschrieben.

In Paris entwickelte Philippe Lebon zeitnah eine gasbetriebene Thermolampe. Diese Thermolampe sollte allerdings nicht nur Licht spenden, sondern gleichzeitig die Wohnräume beheizen. Die Thermolampe konnte sich zwar nicht durchsetzen, war für die weitere Entwicklung der Gasbeleuchtung jedoch insofern von Bedeutung, als dass sie Licht ohne aufwändige Wartung spendete. Es musste kein Docht beschnitten werden, es gab keinen Funkenflug und es fielen weder Asche noch Ruß an.

Boulton und Watt vereinten die Vorteile der Thermolampe mit den Eigenschaften ihrer Gasbeleuchtungsanlagen und ihre Gaslampen waren der Beginn der modernen Gasbeleuchtung. Zudem boten die Gaslampen weitere Vorteile: Das Licht brannte so gleichförmig, wie der dafür benötigte Brennstoff – das Gas – aus dem Rohr kam, und musste nicht beaufsichtigt werden. Die Regulation der Gasflamme war einfach und mittels Gashahn ließen sich alle angeschlossenen Lampen zeitgleich bedienen. Der Gashahn wurde somit zum Vorläufer des elektrischen Schalters.

1825: Erste deutsche Städte führen Gasbeleuchtung ein

Nach London führte Hannover als erste deutsche Stadt 1825 die gasbetriebene Straßenbeleuchtung ein. In Berlin war es 1826 so weit: Die Prachtstraße „Unter den Linden“ wurde mit Gaslaternen ausgestattet. Diese ersten gasbetriebenen Straßenlaternen mussten noch von einem Laternenanzünder jeden Abend von Hand angezündet werden, später folgte die automatische Inbetriebnahme. 1884 gab es bereits in 577 deutschen Städten Gasbeleuchtung.

Im 21. Jahrhundert verschwinden die meisten Gaslampen

Schon in den 1960er Jahren mussten die meisten Gaslampen in deutschen Städten aus Kostengründen moderner, effizienterer Beleuchtung weichen: Die Lichtausbeute war in Anbetracht der hohen Kosten einfach zu gering.

Aber die Gasbeleuchtung ist noch nicht völlig verschwunden. In Berlin werden noch ca. 40000 Gaslampen betrieben, etwa 80000 sind es in ganz Deutschland. In den 40 Städten, in denen es noch Gaslampen gibt (u. a. auch in Frankfurt, Mainz und Düsseldorf), werden mit ihrem speziellen Licht vor allem historische Stadtteile beleuchtet.

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