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Abseits der Norm

Hört man den Namen Friedensreich Hundertwasser hat man im selben Moment seine farbenfrohen Bauwerke vor Augen. Normierung und Geradlinigkeit waren Hundertwasser zuwider. Diese Einstellung verdeutlicht jedes einzelne seiner farbenfrohen und unkonventionellen Werke zu hundert Prozent. 1928 in Wien als Friedrich Stowasser geboren, begann er bereits als Kind mit der Malerei. Seine Kunsterzieher entdeckten das außerordentliche Gespür des Jungen für Farben und Formen. Schon bevor Hundertwasser sein Kunststudium Ende der 1940er Jahre abbrach, unterzeichnete er seine Aquarelle mit diesem an seinen bürgerlichen Namen angelehnten Pseudonym.

Der Österreicher arbeitete bevorzugt mit leuchtenden Komplementärfarben. Sie symbolisierten für ihn Leben. Oftmals bildete er in seinen Gemälden auch Merkmale der Architektur wie z. B. Fenster und Türme ab, ehe er sich ab den 1970er Jahren immer mehr der wahrhaftigen Architektur zuwandte. Für sie wurde er teilweise belächelt, teilweise kritisiert, weil man ihm vorwarf, dass Aspekte wie Schallschutz, Wärmedämmung oder Sanitäranlagen in Hundertwasser-Häusern nur eine untergeordnete Rolle spielen würden.

Hundertwasser schuf Architektur im Einklang mit der Natur

Hundertwasser hatte das Anliegen der Natur, den durch seine Bauwerke eingenommenen Platz wieder zurück zu geben. Dies zeigt sich deutlich in den begrünten und bewaldeten Dächern seiner Häuser. Zu den bekanntesten zählen unter anderem das Hundertwasser-Haus in Wien oder das Wohn- und Geschäftshaus „Die grüne Zitadelle von Magdeburg“. Es sind äußerst kreativ gestaltete Märchenschlösser, die sowohl in ihrer Farbgebung als auch mit ihren asymmetrischen Formen aus dem architektonischen „Einheitsbrei“ vieler Städte eindeutig herausstechen. Sie sind das unverrückbare Statement Hundertwassers für Vielfalt und Abwechslung. Der Autodidakt war mit seinen originellen Projekten auch international gefragt: etwa in den USA, Japan, auf Kuba oder Neuseeland. Im Jahr 2000 starb der eigenwillige Künstler auf der Rückreise von Neuseeland nach Europa an Herzversagen. Durch seine Bauwerke wird er aber noch vielen weiteren Generationen im Gedächtnis bleiben.

Leuchten in leuchtenden Farben

Neben Wohn- und Geschäftshäusern, Bahnhöfen und Kindertagesstätten entwarf Hundertwasser auch Motive für Briefmarken, Fahnen, Plakate und gestaltete auch Leuchten – z.B. Säulenleuchter. Säulen hatten für Hundertwasser nicht nur eine tragende Funktion, sondern waren schmückende Elemente. Nach dieser Philosophie sind auch seine Säulenleuchter entstanden. Kein Leuchter ist wie der andere. Sie ähneln sich zwar, sind in Form und Farbe jedoch sehr individuell und können nach Lust und Laune miteinander kombiniert werden.

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