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Hängeleuchter aus Holz: Leuchterspinnen

Im November fällt manchmal der erste Schnee, in jedem Fall aber der alljährliche Startschuss für die weihnachtliche Deko-Saison. Dann erleuchten wieder Lichterketten, Lichtschläuche und Lichtnetze die Fenster und Fassaden der Häuser. Bei den Stichwörtern „Weihnachtsdekoration aus dem Erzgebirge“ kommen uns sofort die kunstvoll aus Holz gefertigten Schwibbögen, Weihnachtspyramiden und Nussknacker in den Sinn. Doch nicht nur traditioneller Weihnachtsschmuck hat seinen Ursprung im Erzgebirge, auch die weniger bekannten „Leuchterspinnen“ wurden dort hergestellt.

Das Holz- bzw. Drechselhandwerk hat im Erzgebirge eine relativ lange Tradition. Etwa um 1200 wurden in der Nähe von Seiffen zudem mehrere Glashütten gegründet. Darin entstanden gläserne Lüster. Sie waren venezianischen Leuchtern aus Murano-Glas nachempfunden, bestanden jedoch aus Holz, weil sich kaum jemand aus der Bevölkerung die hochpreisigen Glaslüster hätte leisten können. Die Alternative hieß daher: Hängeleuchter bzw. „Leuchterspinnen“ aus Holz. Manchmal wurde Glas auch durch günstigeres Keramik ersetzt. Einige der „Leuchterspinnen“ sind noch heute vereinzelt in erzgebirgischen Kirchen zu sehen.

Holzperlen statt gläserne Prismen

Schmückend waren die Holzhängeleuchter dennoch, auch wenn sie nicht mit gläsernen Prismen, die das Licht besonders schön reflektierten, verziert waren, sondern mit Holzperlen und bemalten hölzernen Elementen. Auch war die Fertigung der Hängeleuchter ähnlich aufwändig wie die Fertigung der Glaslüster, denn auch sie bestanden aus vielen Einzelteilen, die erst einmal montiert werden mussten. Ein größerer Holzhängeleuchter konnte sich aus mehr als 1.700 Komponenten zusammensetzen. Ein unschlagbarer Pluspunkt der Leuchter war ihre Flexibilität hinsichtlich ihrer Dekoration. Je nach festlichem Anlass und Jahreszeit konnte der Behang ausgetauscht werden: Ostereier im Frühling und Glöckchen im Winter.

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