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Warum braucht der Mensch Licht?

Die Körperfunktionen des Menschen als tagesaktivem Lebewesen werden durch den Hell-Dunkel-Rhythmus und somit auch durch den Wach-Schlaf-Rhythmus gesteuert. Dieser 24 Stunden umfassende zirkadiane Rhythmus wird durch neurale und hormonelle Prozesse bestimmt, die dem Einfluss einer bestimmten Lichtmenge unterliegen. Eine Störung des natürlichen Hell-Dunkel-Rhythmus hat gravierende Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen.

Wie wirkt sich Lichtmangel auf den Körper aus?

Länger andauernder Lichtmangel wirkt sich verheerend nicht nur auf die Körperfunktionen, sondern auch auf die seelische Befindlichkeit des Menschen aus. Jeder kennt das: Im Frühling und im Sommer fühlt man sich viel leistungsfähiger als im Herbst oder im Winter. In der dunklen Jahreszeit häufen sich depressive Verstimmungen, man fühlt sich schlapp und antriebsschwach. Auch das Schlafbedürfnis ist in diesen Monaten größer als in den helleren Frühlings- und Sommermonaten. Bei vielen Menschen verstärken sich die Symptome immer mehr und es kommt zu einer Winterdepression, die sich durch schwere Erschöpfungszustände, aber auch durch Aggressivität und Apathie bemerkbar machen kann. Besonders häufig betroffen von dieser Winterdepression, der SAD (Seasonal Affective Disorder), sind Menschen in den skandinavischen Ländern, da es dort in den Wintermonaten nur für wenige Stunden am Tag hell wird. Der menschliche Körper benötigt aber zur Gesunderhaltung außer einer ausreichenden Lichtmenge auch noch eine gewisse Menge an UV- und IR-Strahlung, damit er Vitamin D, das für viele Stoffwechselprozesse benötigt wird, bilden kann. Ohne eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung kommt es zur verstärkten Infektanfälligkeit. Es können aber auch Stoffwechselkrankheiten auftreten.

Der Lebensrhythmus des modernen Menschen begünstigt Lichtmangel

Die Lebensweise der Menschen hat sich in jüngster Zeit stark gewandelt. Gingen die Menschen noch im 19. Jahrhundert bald nach Sonnenuntergang schlafen und standen wieder auf, wenn es hell wurde, so hat sich dies seit der Industrialisierung gravierend verändert. Auch der Rhythmus der Jahreszeiten – im Winter gab es wesentlich weniger zu tun als im Sommer und man konnte sich mehr ausruhen – hat heute so gut wie keinen Einfluss mehr auf die Arbeitszeiten des Menschen. Mit der Industrialisierung hielt in vielen Betrieben die Schichtarbeit Einzug, die es mit sich brachte, dass die Arbeiter wechselweise auch in den Abend- und Nachtstunden arbeiten müssen, und dann tagsüber schlafen. Untersuchungen zufolge haben Schichtarbeiter gegenüber Tagesarbeitern ein erhöhtes Risiko, an Herz- und Kreislauferkrankungen oder an Krebs zu erkranken. Die stete Verfügbarkeit von Licht durch den Einsatz künstlicher Lichtquellen hat ebenfalls ihr Teil dazu beigetragen, den natürlichen Hell-Dunkel-Rhythmus des Menschen zu verändern.

Wie lässt sich Lichtmangel ausgleichen?

Licht, egal ob durch eine natürliche oder eine unnatürliche Lichtquelle, nimmt der Körper hauptsächlich über die Netzhaut im Auge auf. Das macht man sich bei der Therapie von Winterdepressionen zunutze, indem man die Patienten regelmäßig für eine bestimmte Zeit (mindestens zwei Stunden) dem Licht einer Therapielampe aussetzt. Hier kommen Tageslicht- oder Vollspektrumlampen zum Einsatz, die aber mindestens eine Beleuchtungsstärke von 2000 – 3000 Lux aufweisen sollten. Bei Lichtmangel bildet der Körper zudem verstärkt Melatonin und die betroffene Person fühlt sich auch tagsüber ständig schlapp und hat ein verstärktes Schlafbedürfnis. Zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit sollte die Lichttherapie deshalb in den frühen Morgenstunden stattfinden.

Auch in der Arbeitswelt hat man sich Gedanken über die Auswirkungen von Lichtmangel gemacht. Deshalb werden auch in immer mehr Geschäftsräumen und Büros Tageslichtlampen bzw. Vollspektrumlampen verwendet, denn die Arbeitgeber haben natürlich ein gesteigertes Interesse daran, durch den Einsatz von dem natürlichen Licht ähnlichen Lichtquellen die Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter zu erhalten oder sogar zu steigern.

Kurzum: In allen Lebens- und Arbeitsbereichen braucht der Mensch Licht in ausreichender Menge, um sich wohl zu fühlen sowie leistungsfähig und gesund zu bleiben.

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