admin

Lichtverschmutzung – zuviel Licht in der Nacht?

Hell erleuchtete Werbetafeln, die durchgehende Beleuchtung von Bürogebäuden, Einkaufszentren oder Gewerbegebieten. Statistisch gesehen nimmt in Deutschland die beleuchtete Fläche pro Tag um einen Quadratkilometer zu. Dieses nutzlose und übertriebene Licht wird von Kritikern als „Lichtverschmutzung“ bezeichnet. „Lichtverschmutzung“ meint Energieverschwendung, sozusagen den „Lichtmüll“, den zu viel unnützes Licht in der Atmosphäre hinterlässt. Die Begrifflichkeit ähnelt also nicht nur dem der Umweltverschmutzung; die Lichtverschmutzung hat in der Tat Auswirkungen auf die Umwelt. Der natürliche Tag-Nacht-Rhythmus von Mensch und Tier wird gestört. So verlieren beispielsweise Zugvögel die Orientierung, weil sie sich nicht mehr an den Sternen orientieren können. Oftmals endet dies für sie tödlich, weil sie von ihrer ursprünglichen Route abkommen. Tödliche Gefahr besteht auch für Fliegen, Falter, Mücken und andere Insekten. Ihre Wichtigkeit für das Ökosystem ist sehr hoch, denn sie tragen – beispielsweise im Wald – zur Pflanzenvermehrung und Bodenfruchtbarkeit bei. Doch durch das künstliche Licht angezogen verbrennen sie durch die Hitze der Leuchten oder sterben vor Erschöpfung, weil sie in Endlosschleifen um die Leuchten herumschwirren.

Konsequenzen hat die Lichtverschmutzung auch für den Menschen. Er benötigt eine bestimmte Menge des für seine Erholung und zum Stressabbau so wichtigen Hormons Melatonin. Durch zu wenig Dunkelheit wird jedoch zu wenig Melatonin gebildet – die Folge sind eine geringere Leistungsfähigkeit und die Schwächung des Immunsystems, was zu Erkrankungen führen kann.

Vermeidung von nutzloser Helligkeit

Kritiker fordern von den politisch Verantwortlichen daher mehr technische Vorgaben für die Straßenbeleuchtung. Sinnvoll sei der Einsatz von abgeschirmten Leuchten mit kegelförmigem nach unten fallendem Lichtstrahl. Es sei unbestritten, dass Licht für die Sicherheit auf den Straßen eine wichtige Funktion erfülle. Licht solle aber wirklich nur dort eingesetzt werden, wo es auch gebraucht wird. Zum Beispiel müssten Sehenswürdigkeiten nicht die ganze Nacht über beleuchtet werden. Überflüssig seien auch blinkende Windkraftanlagen. Sie könnten durchaus mit weniger Licht und veränderten Frequenzen auskommen. Notwendig ist dafür allerdings eine Reform der Vorschriften für die Flugsicherung, was sich vermutlich über einen längeren Zeitraum hinziehen könnte.

In der Kritik steht auch die Eventbeleuchtung durch die so genannten Skybeamer, extrem starke, in den Himmel gerichtete Scheinwerfer. Sie richten ihren Schein oft vor Diskotheken in den Nachthimmel. Dadurch würde die eigentlich gute Qualität des dunklen Himmels in ländlichen Gebieten beeinträchtigt, beschweren sich Sternenkundler, denen eine Sternenbeobachtung somit unmöglich gemacht wird.

Licht verantwortungsvoll einsetzen

Berücksichtigt man einige Dinge, so kann man die Probleme durch Lichtverschmutzung in den Griff bekommen. Licht sollte nur dort zum Einsatz kommen, wo es auch wirklich von Nutzen ist. Dazu kann jeder seinen Teil beitragen. Möglichkeiten zur Energieeinsparung – und damit zur Minderung des CO2-Ausstoßes – bieten beispielsweise Bewegungsmelder. Sie verringern die Zeitspanne, in der die Außenbeleuchtung eingeschaltet ist. Mit nach unten gerichteten Leuchten inklusive Energiesparlampen mit geringem UV-Anteil kann man zudem erreichen, dass weniger Insekten angelockt werden. Dies sind nur einige einfache und effektive Tipps zur Reduzierung der Lichtverschmutzung.

Be Sociable, Share!
  • More in Lichtverschmutzung – zuviel Licht in der Nacht?

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben