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Energieersparnis durch jährliche Zeitumstellungen?

Seit der Einführung der Sommerzeit in Deutschland im Jahr 1980 werden zweimal jährlich – im Frühling und im Herbst – die Uhren eine Stunde vor- bzw. zurückgestellt.Im Zuge der Ölkrise des Jahres 1973 hatte man Überlegungen angestellt, dass durch eine bessere Ausnutzung des Tageslichts Energie in größerer Menge eingespart werden könnte. Seit 1996 wird in allen EU-Ländern die Zeit einheitlich umgestellt.

Für und Wider in Bezug auf die Zeitumstellung

Hinsichtlich der Sinnhaftigkeit der Zeitumstellung gibt es unterschiedliche Auffassungen. Im Frühling freuen sich viele Menschen nach dem Winter über den Zugewinn einer hellen Stunde. Jetzt bleibt mehr Zeit für Aktivitäten im Freien. Auch die langen Sommerabende bieten sich hervorragend für Grillfeste, sportliche Betätigungen oder für die Entspannung im Garten an. Allerdings verspüren empfindsame Menschen im Zuge der Zeitumstellung häufig körperliche Beschwerden. Sie klagen über Schlafstörungen, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und verminderte Leistungsfähigkeit. Kurzum, sie spüren die Auswirkungen der Zeitumstellung wie einen „Mini-Jetlag“: Die tageslichtgesteuerte „innere Uhr“ ist aus dem Takt geraten.

Dem „Mini-Jetlag“ entgegenwirken

Der Tag-/Nachtrhythmus des Menschen richtet sich nach dem Eintritt der Dämmerung. Sobald es dunkel wird, produziert der Körper vermehrt das Schlafhormon Melatonin: Müdigkeit tritt ein. Die natürliche Anpassung an den Jahreszeitenrhythmus wird durch die zweimalige Zeitumstellung empfindlich gestört.

Was kann man also tun, um die Auswirkungen zumindest abzumildern? Es gibt einige Tipps, die sich auch bei Schichtarbeitern, die sich körperlich dem ständigen Wechsel ihrer Arbeitszeiten anpassen müssen, bewährt haben:

1. Am ersten Tag der Zeitumstellung wie gewohnt zu Bett gehen, dadurch klappt die Umgewöhnung besser.

2. Ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen.

3. Auf eine gesunde, vitaminreiche Ernährung und auf genügend Bewegung achten.

Wird durch die Zeitumstellung tatsächlich Energie gespart?

Zum Zeitpunkt der Einführung der Sommerzeit in Deutschland mag es tatsächlich eine Energieersparnis gegeben haben. Aber ist das heute noch so? Das kann bezweifelt werden, denn die Lebens- und Arbeitsverhältnisse haben sich doch sehr verändert. 1980 galten im Normalfall (mit Ausnahme von Schichtarbeitern, Krankenhaus etc.) Arbeitszeiten von ca. 8/9 Uhr morgens bis 17/18 Uhr abends. Auch Geschäfte und Behörden hatten in der Regel höchstens bis 18 Uhr geöffnet. Das hat sich grundlegend verändert, der Arbeitszeitrahmen hat sich erheblich verbreitert. Viele Geschäfte haben heute von 7 Uhr bis 22 Uhr oder sogar bis 24 Uhr geöffnet. Die Nacht wird, auch in der Freizeit, vielfach zum Tag gemacht, was natürlich einen höheren Energieverbrauch zur Folge hat. Eine eventuelle Energieersparnis durch die zweimalige Zeitumstellung im Jahr wird somit zunichte gemacht.

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