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Die künstliche Sonne – das Solarium

Gebräunte Haut ist in unserer heutigen Kultur nicht nur ein Zeichen von körperlicher Fitness, sondern auch ein Schönheitsideal, dem viele Menschen nacheifern. Die Sonnenstunden, die uns in der mittel-und nordeuropäischen Klimazone fehlen, werden gerne durch Besuche im Solarium ausgeglichen. Die Sonnenbank, wie das Solarium auch genannt wird, hat jedoch nicht nur positive Effekte, wie das gleichmäßige und nahtlose Bräunen der Haut, sondern kann bei übermäßigem und unsachgemäßem Gebrauch auch gesundheitliche Schäden nach sich ziehen. So ist die in den speziellen Hochdrucklampen und Leuchtstoffröhren enthaltene UV-Strahlung nachweislich ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung von Hautkrebs. Außerdem sollte man sich nicht ohne Schutzbrille auf die Sonnenbank legen, da die Strahlung für die Augen schädlich ist.

Sonnenbankerfinder Friedrich Wolff

Mit einem Alter von 37 Jahren ist die Sonnenbank eine recht junge Erfindung, die der Stuttgarter Friedrich Wolff in den 1970er Jahren entwickelte. Der damals in der Gesundheitsbranche tätige Ingenieur versuchte, ein Gerät zu entwickeln, das depressive Verstimmungen lindern kann. Tatsächlich ist Licht eine Möglichkeit, Depressionen positiv zu beeinflussen bzw. spezielle Formen wie die saisonal abhängige Depression, auch Winterdepression genannt, zu heilen. Dass man bei dem Gebrauch von Wolffs Erfindung auch braun wurde, war zunächst nur ein Nebeneffekt, der sich langsam, aber sicher zum eigentlichen Zweck der Solarien herauskristallisierte.

LEDs für die Sonnenbank

Aufgrund der gesundheitlichen Schäden, die Solarien verursachen können, ist 2009 ein Gesetz in Kraft getreten, dass Minderjährigen den Besuch von öffentlichen Solarien untersagt. Desweiteren besteht seit kurzem die Verpflichtung für Solarienbetreiber, nur geschultes Personal, das die Besucher über Bestrahlungsstärke und -dauer aufklärt, zu beschäftigen.

Friedrich Wolff versucht derzeit, fast vier Jahrzehnte nach der Geburt des Solariums, seine Erfindung hinsichtlich der gesundheitlichen Bedenken nachzubessern. Statt spezieller Leuchtstofflampen werden nun LEDs in die Sonnenbänke eingebaut. Diese sind frei von UV-Strahlung, und deshalb fallen die üblichen Gesundheitsrisiken bei der neuen LED-Sonnenbank weg. Allerdings geht ohne UV-Strahlung auch der Bräunungseffekt der künstlichen Sonne weitgehend verloren.

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