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„Dial4Light“ – Licht auf Anforderung

Jedes Jahr geben deutsche Städte und Gemeinden rund 840 Millionen Euro für die Beleuchtung von Straßen und öffentlichen Plätzen aus. Angesichts knapper Kassen ist es nur verständlich, an dieser Stelle sparen zu wollen. Doch wie kann man die Sicherheit der Bevölkerung, d. h. ausreichende Beleuchtung, mit allgemeinem Sparzwang und eventuell reduzierter öffentlicher Beleuchtung vereinen? Das Pilotprojekt „Dial4Light“, das in einigen deutschen Städten bereits erfolgreich läuft, zeigt einen Ausweg aus der Sparmisere.

Straßenlaternen per Telefon einschalten

Mit „Dial4Light“ lässt sich eine temporäre Beleuchtung von öffentlichen Straßen und Plätzen realisieren. Nachts zwischen 23 und 6 Uhr, wenn nur wenige Menschen unterwegs sind, werden schwach frequentierte Nebenstraßen nur auf Anforderung eingeschaltet. Das Einschalten der Straßenlaternen kann der Bürger selbst per Telefon veranlassen. Nach vorheriger Registrierung auf www.dial4light.de kann er durch das Anwählen einer bestimmten Telefonnummer und der Eingabe eines Codes bzw. einer Streckennummer die Beleuchtung der gewünschten Straße einschalten. Danach brennen die Straßenlaternen ca. 10 bis 15 Minuten lang, bevor sie wieder ausgehen.

Vor- und Nachteile der bedarfsgesteuerten Beleuchtung

Die Beleuchtungszeiten im öffentlichen Raum zu reduzieren, bedeutet nicht nur mehr Geld in den Gemeindekassen, sondern hat auch ökologische Vorteile. Durch weniger Energieverbrauch wird weniger CO2 produziert. Außerdem verringert sich die Lichtverschmutzung, d. h. die unnötige künstliche Erhellung der Nacht, die vielen Vögeln und Insekten zum Verhängnis wird und auch den Biorhythmus des Menschen nachweislich beeinflusst.

Von einigen Menschen werden die reduzierten Leuchtzeiten der Straßenlaternen jedoch auch als Verstoß gegen ihre individuelle Freiheit und Einschränkung der Einwohnerrechte gesehen. Auch um die nächtliche Sicherheit auf den Straßen und in Wohngebieten fürchtet man sich. Ein möglicher Kompromiss zwischen teurer Dauerbeleuchtung und der bedarfsgesteuerten Beleuchtung könnte die Ausstattung mit Leuchtmitteln, wie etwa LEDs, sein, die bei gleicher Leistung viel weniger Energie als herkömmliche Leuchtmittel verbrauchen.

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