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Der Zauber des Polarlichts

Aurora borealis (das Nordlicht) und Aurora australis (das Südlicht), die der Einfachheit halber oftmals einfach unter dem Oberbegriff „Polarlicht“ zusammengefasst werden, beschäftigen seit jeher die Menschheit. Ihr sprachlicher Ursprung ist relativ leicht nachzuvollziehen: als „Aurora“ (griech. Göttin der Morgenröte) wird eine Lichterscheinung in der oberen Atmosphäre bezeichnet. Doch wie ist das Phänomen selbst zu erklären?

Polarlichter entstehen durch die Aktivität der Sonne

Die Sonne gibt nicht nur Wärme und Licht ab, sondern auch große Mengen verschiedenartiger Materien: Protonen (positiv geladene Elementarteilchen) und Elektronen (negativ geladene Elementarteilchen), die sich in einer Zeit von etwa ein bis drei Tagen Richtung Erde bewegen. Forscher bezeichnen dies als Sonnenwind. Zum Glück für die auf der Erde lebenden Menschen wird der „Teilchenbeschuss“ größtenteils vom Erdmagnetfeld abgefangen. In einem Rhythmus von etwa 11 Jahren, zuletzt 2002, kommt es zu einer verstärkten Sonnenaktivität. Der Sonnenwind wird zum regelrechten Sonnensturm. Die davon ausgelösten Eruptionen können Orkanstärken von bis zu 700 Kilometern pro Sekunde erreichen. So brausen die Sonnenwindteilchen deutlich schneller durch die Atmosphäre und können die Erde schon nach 24 Stunden erreichen. Sind sie etwa 150 Kilometer von der Erde entfernt, stoßen sie auf Moleküle. Es findet ein Energieaustausch zwischen den Elektronen des Sonnensturms und den Sauerstoff- und Stickstoff-Molekülen der Atmosphäre statt. Die Moleküle werden elektrisch geladen und leuchten.

Farben und Vorkommen des Polarlichts

Die sichtbaren Zeichen eines solchen Sonnensturms und Energieaustauschs sind faszinierende Polarlichter unterschiedlicher Ausprägung und Farbe: blau, grün, rot und Mischfarben wie violett und weiß. Die jeweilige Farbe ist abhängig von den Bestandteilen der Atmosphäre und deren Höhe. So entstehen z.B. grüne Polarlichter im Allgemeinen durch Sauerstoff in einer Höhe von etwa 80 bis 150 Kilometern.

Wie seine Bezeichnung bereits verrät, ist das Polarlicht ein Phänomen der Polargebiete Nord- und Südpol. Folglich wird es als „Nordlicht“ (Nordskandinavien, Grönland, Kanada) oder „Südlicht“ (Antarktis) bezeichnet. In den dunkleren Monaten (etwa September bis April) sind Polarlichter besser zu sehen, weil sie sonst von den helleren Sonnenstrahlen überstrahlt werden. Der skandinavische Winter mit seinen wenigen Sonnenstunden erhöht daher die Chancen auf die Sichtbarkeit des Polarlichts, weshalb Schweden oder Norwegen beliebte astronomische Reiseziele sind.

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