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Auf- und Untergang der Sonne: beeindruckende Farbenspiele

Nicht umsonst gilt das farbenprächtige Spektakel des Sonnenuntergangs als Inbegriff der Romantik. Je nach Wetterlage wird der Himmel beim Sonnenuntergang nicht nur in ein kräftiges Rot, sondern bisweilen auch in Gelb, Violett oder Grün getaucht. Doch das Vergnügen ist ein kurzes. Wer nicht zur rechten Zeit vor die Tür geht oder aus dem Fenster schaut, kann es schnell verpassen, denn von der ersten Horizontberührung bis zum Versinken der Sonne hinter dem Horizont vergehen in Mitteleuropa drei bis vier Minuten, in Äquatornähe sogar nur ca. zwei Minuten. Die Zeiten für den Sonnenauf- bzw. Sonnenuntergang ändern sich mit jedem Breitengrad. In Deutschland bezieht sich die Uhrzeit, die in den Kalendern der Astronomen vermerkt ist, mit Kassel auf eine zentral gelegene Stadt.

Warum ist der Sonnenuntergang rot?

Im Sonnenlicht sind alle Spektralfarben enthalten – von Rot über Gelb, Grün und Blau bis hin zu Violett. Das blaue Licht wird schneller und stärker gestreut, da dessen Wellenlänge kürzer ist. Am Abend muss das Sonnenlicht jedoch einen längeren Weg zurücklegen, bis es seinen Betrachter auf der Erde erreicht, deshalb ist der blaue Anteil des Lichts geringer und man sieht fast nur noch das rote, langwellige Licht am Himmel.

Symbolhaftigkeit des Sonnenverlaufs

Ohne Licht kein Leben – und ohne Sonne kein Licht auf der Erde. Während der Sonnenaufgang immer wieder als Symbol des Neubeginns bezeichnet wird, beginnt mit dem Sonnenuntergang der Teil des Tages, der von Passivität, Ruhe, Regeneration und dem Gefühl, dass etwas zu Ende geht, geprägt ist. Bis heute hat sich die dazu passende Terminologie vom „Aufgang“ und „Untergang“, die ein sprachliches Relikt aus der Zeit des geozentrischen Weltbildes ist, gehalten. In Wirklichkeit geht nicht die Sonne auf oder unter – sie bewegt sich grundsätzlich gar nicht – sondern der Betrachter bzw. die Erdkugel bewegt sich und lässt die Sonne aus dem Blickfeld verschwinden.

Sonne als Mutter des Lichts

Bereits 15 Minuten vor dem eigentlichen Sonnenaufgang, wenn wir uns also noch in der Morgendämmerung befinden, hat die Sonne die Beleuchtungsstärke herkömmlicher Straßenbeleuchtung (10 Lux) erreicht. Kurze Zeit später, etwa 16 Minuten nach dem Aufgang der Sonne, ist ihr Licht schon heller als eine vorschriftsmäßige Bürobeleuchtung von 750 Lux. Auch wenn die angegebenen Zeiten je nach Jahreszeit variieren, machen sie dennoch deutlich, dass die künstliche Beleuchtung, die der Mensch geschaffen hat, immer nur ein blasses Abbild der Sonne sein wird, während man die Sonne selbst als Mutter des Lichts bezeichnen kann.

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